Früher oder später erinnern sich alle ihrer Wurzeln. Jetzt ist Alan Jackson an der Reihe. Einer der erfolgreichsten Countrystars der letzten Jahre entdeckt Bluegrass für sich - und schreibt sich gleich mal fast alle Songs selbst. Und auch mit dem Entdecken ist es so eine Sache, sagt der Mann mit 30 Nummer-1-Hits und über 50 Millionen verkauften Alben doch: „"Bluegrass ist von der Art Country-Musik die ich immer geliebt habe nicht so verschieden. Country-Musik, da geht’s um die Songs, die wirklichen Sänger, die Melodien, die Harmonien und das Picken. Und das ist, was Bluegrass ist - nur noch mehr so.“
Wenn es so einfach wäre. Aber so einfach ist es eben nicht. Und so kann Jackson auch nicht sich und seine Art der Musik verleugnen. Das klingt zwar bluegrassig und eben auch nicht. Jackson ist einer der großen Songschreiber des Genres Country, denken wir nur an „She's Got the Rhythm (And I Got the Blues)“ aus dem Jahr 1992 oder an sein „Country Boy“ von 2009, und auch auf „The Bluegrass Album“ bleibt er der Songschreiber.
Kurz vor seinem 55. Geburtstag kommt er also auf „Roots“-Klängen daher, ausgelöst - wie er in einem Interview sagt - privaten Schlupfwinkel in den Blue Ridge Mountains von Georgia, den sich das Ehepaar Jackson vor zwei Jahren zugelegt hat. Doch eine Ferienwohnung macht noch lange kein echtes Bluegrass-Album. Und so bleibt das Album mit seinen 14 Songs eine ehrenwerte Verbeugung vor dem Bluegrass. Mehr aber nicht. Jackson ist kein Sänger des „high, lonesome pitch“, er singt so, wie es seine Fans seit nun 23 Jahren lieben. Aber das muss man Alan Jackson nicht übel nehmen, er bleibt sich selber treu - auch im Bluegrass. Und wäre da nicht die Dobro im Bill Monroe Klassiker „Blue Moon of Kentucky“, hätte es nicht noch eine Version des Songs gebraucht. ego
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ACR / EMI
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