Jimmy Buffet

Buffet Hotel

Der amerikanische Hans-Dampf-in-allen-Gassen heißt Jimmy Buffett. Seit vier Jahrzehnten macht er nun Musik und die hat - neben dem Bücher schreiben, Restaurant betreiben – zu einem der 10 reichsten Rockstars des Business gemacht. „Buffet Hotel“ ist der Titel seiner aktuellen und Buffett macht genau das, was er kann – er singt Lieder, die uns in Ferienstimmung versetzen. Das passende Accessoire für diese CD ist also der Liegestuhl und die Sonnenbrille.
Warum man Buffett noch immer das Label Country umhängen will ist mir ein Rätsel. Wenn schon der Stempel Country, dann nicht Traditionalist, eher Beach- oder Surfer-Country. Buffetts Lieder und Texte haben mit der ursprünglichen Hillbilly-Musik so viel zu tun, wie Erdbeermarmelade auf einer Wurststulle. Die Zeiten da Buffett sich als Country-Rocker verkaufte sind längst vergangen und auch wenn er ab und an mit altbekannten und –bewährten Country-Traditionalisten die Bühne teilt, dann eher als Reminiszenz, denn als Bild der Gegenwart.
Buffets Songs „elegant“ zu nennen, wäre zu viel, sie als „glatt“ zu bezeichnen eine Schmähung. Der Mann mit Wohnsitz Florida hält die perfekte Balance, eckt nicht an, ist aber immer noch rau genug um nicht einfach im easy listening zu ertrinken. Schon in den Country-Rock-Zeiten war er eher ein Softie, allerdings einer, der seinen Zuhörern auch gerne mal unbequeme Wahrheiten um die Ohren schlägt wenn er in „A Lot To Drink About“ darüber singt, dass man die Wahrheit nicht auf Google Earth findet. Vielleicht findet man sie im wirklich existierenden „Buffet Hotel“ in Mali, wo Buffett diese CD konzipiert und ihr den Titel gab. Wer nicht das Geld für einen Afrikatrip hat, kann sich mit diesem Album ins stille Kämmerlein zurückziehen – Augen zu, Sonnenbrille auf und der Fernreise steht nichts im Weg. Uwe Golz
Mailboat Records

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Jimmy Buffett

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