Johnny Cash

Johnny Cash - AMERICANA V * A HUNDRED HIGHWAYS
Universal

Die tausend Welten des Johnny Cash - auf den letzten Aufnahmen, kurz vor seinem Tod entstanden - reist Johnny noch ein Mal über die Highways seines Lebens.
Es gibt CDs die sollten in keinem Plattenschrank fehlen, es gibt Lieder für alle Gefühlslagen, aber es gibt nur ganz wenige Musiker die direkt ins Herz treffen. Der alte Mann Johnny Cash schafft das. Kurz vor seinem Tod hat er die Lieder eingespielt, jetzt wurden sie posthum auf der CD "Americana V - A Hundred Highways"veröffentlicht.
Wenn "Americana V - A hundred Highways" die letzte Botschaft von Cash an seine Fans verbirgt, wie es Produzent Rick Rubin behauptet, dann ist diese Behauptung wahrscheinlich nur dem großen Erfolg des "Da Vinci Code" zu verdanken. Gerade bei Cash soll jetzt wohl auch der letzte Rubel rollen.
Johnny Cash hat das nicht nötig und wird sich wohl im Grabe rumdrehen, ob dieser Vermarktungsstrategie. Cash war der Patriarch der Country-Musik, ein tiefgläubiger Mensch und ein steter Kämpfer für Gerechtigkeit. Und diese Gläubigkeit und Liebe zu den Menschen prägt auch diese CD. Irgendwo gibt es immer einen Hoffnungsschimmer, wir sollten uns nicht unterkriegen lassen und es lohnt sich für seine Überzeugungen ein zustehen - das ist Cashs Credo.
"A Hundred Highways" ist er auf- und abgereist, hat diese Straßen begangen und viele Feder lassen müssen - und ist geläutert heimgekehrt. Zwölf Lieder sind zu hören, leider nur zwölf.
Cashs Gedanken können wir nicht lesen, wir können nur seinen Liedern lauschen, die aber - sagen alles.

Wertung: ******

CD des Monats Juli 2006


Johnny Cash - THE TRAVELING CASH - AN IMAGINARY JOURNEY
Bear Family


Cash mit Cash – nach dem Erfolg des Johnny Cash-Films „Walk The Line“ nutzt das Bear Family Label den Synergie-Effekt und legt mit „Traveling Cash“ eine CD mit 20 Aufnahmen des Meisters aus den berühmten Sun-Studios nach.
So ist es mit dem Erfolg, er weckt Sehnsüchte. Nachdem „Walk The Line“ in der ersten Woche rund 180.000 Menschen in die Kinos lockte, versucht nun das Bremer Label Bear Family sich mit der CD „Traveling Cash“ ein Stück vom Kuchen herauszuschneiden. 20 Aufnahmen der Legende Cash aus der Frühzeit seines Schaffens, alle im berühmten Sun-Studio, wo auch Elvis seinen ersten Song auf Vinyl bannte, eingespielt.
Die Lieder erzählen die fiktive Geschichte einer fiktiven Person mit fiktiven Begebenheiten.
Alles beginnt, wie auch der Film „Walk The Line“ im „Folsom Prison“, dann aber geht es hinein in die Geschichte. Endlich erfahren wir, wie es denn war mit diesem Mann in Reno, der erschossen wurde damit in der Hauptdarsteller sterben sehen konnte und sich damit einen Freifahrschein für den „Blue Train“ ergatterte. Natürlich schließt sich der Kreis mit dem 20. Song ("Doin' My Time") und wir sind - letztlich kein bisschen schlauer als am Anfang.
Zu Lebezeiten von Cash gab es dieses Album nicht, und inhaltlich sollte man es auch nur mit einem Augenzwinkern hören. „Traveling Cash“ ist ein Sampler mit Geschichte, ein Sampler, der versucht den Synergie-Effekt des Films zu nutzen, der aber dennoch nicht in eine Reihe mit den herkömmlichen „Greatest Hits“-Zusammenstellungen steht. Einige der frühen Hits sind zwar vertreten, „Walk The Line“ oder „Cry, Cry, Cry“ beispielsweise, das spannende aber ist die Fokussierung auf die Sun-Aufnahmen. Sicher, die gab es auch schon vorher, meist aber nur wesentlich teurer, weil dann in großen CD-Boxen versteckt. Mit dieser CD ist es möglich sich einen Überblick über den jungen Cash zu verschaffen ohne dabei ein Vermögen auszugeben. Und als Schmankerl für alle Cash-Fans gibt es dann noch die unveränderte Original-Version von „Guess Things Happen That Way“ und einen zweiten, bisher unveröffentlichte Aufnahme - "Fools Hall of Fame".

Wertung: ****


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