Tab Benoit
BROTHER TO THE BLUES
Tab Benoit - Brother To The Blues
Telarc / inakustik
Gumbo, so nennt man in Louisiana den heimischen Eintopf – und einen ebensolchen hat Tab Benoit auf seiner aktuellen CD „Brother To The Blues“ zusammengekocht. Eigentlich ist Benoit ein Bluesmann. Eigentlich. Doch, auch eingefleischte Blueser überschreiten ab und an die Grenzen – so wie er auf seiner aktuellen CD. Da klingt es nach Country-Musik, soll es auch, denn wie Benoit auf dem Klappentext verrät, gehören Country und Blues für ihn zusammen.
Vielleicht sollten mehr Bluesmusiker Countrymusik spielen – denn so abwegig ist der Gedanke ja nicht, haben doch gerade die frühen Country-Musiker ihre Songs immer als Blues des weißen Mannes bezeichnet. Und etwas Erdung könnte der Musik aus der trendigen Hochburg Nashville durchaus gut tun, ist es doch bezeichnend, dass die spannende Country-Musik heute jenseits der großen, marktbeherrschenden Plattenfirmen entsteht. Tab Benoit beweißt dies mit den Songs seiner CD – auch wenn er sich hier und da Hilfe bei gestandenen Country-Größen wie Billy Joe Shaver oder Jim Lauderdale sucht. Benoit bleibt mit allen sechs Saiten seiner Gitarre auf dem Boden Louisianas. Klar, hier und da klingen vertraute traditionelle Musiken aus den Sümpfen seiner Heimat an, dafür sorgt schon eine der bekanntesten Bands dieses Staates, Louisiana's Leroux, und Waylon Thibodeaux auf seiner Fiddle - doch Benoit schwelgt nicht in der Tradition. Bei allen Songs findet er seinen Dreh und die richtige Stimmung und dabei ist es egal ob es sich um eine Eigenkomposition handelt oder um einen Klassiker wie Hank Williams, „I Heard That Lonesome Whistle“ (mein Anspieltipp).
Wertung: *****
CD des Monats Juni 2006
