Civil Wars
Civil Wars
Die Geschichte um die Civil Wars ist schon etwas merkwürdig. Ihr Debüt „Barton Hollow“ (das erste Live-Album und die sich daran anschließende EP mal außer Acht gelassen) wurde von Kritikern und Konsumenten hochgelobt, die Tour ließ sich gut an und dann - mittendrin brach Mann und Frau das Unternehmen ab und verkündete: „Es gäbe unüberbrückbare Differenzen.“
Joy Williams und John Paul White haben also ihren eigenen Bürgerkrieg - wie schön; wie schön allerdings auch, dass wenigstens noch ein Album dabei für ihre Fans heraussprang. Da darf man nicht „Oh Joy“ und „Oh John Paul“ sagen, sondern am Besten gleich zu ihrem Song „Oh Henry“ springen; denn, waren sie auf „Barton Hollow“ noch ein wenig romantisch, verloren sich in melancholisch spröden und oft fast schon schmerzenden Elegien der Liebe, so ist „Civil Wars“ fast schon eine Kampfansage an die drei gewonnen Grammys. Hier zirpen und quetschen die elektrischen Gitarren ihre Akkorde und scheinen den Abgesang des Paares klirrend zu begleiten. Ein Schelm, wer da denkt, alles und nichts würde sich auf das Pärchen beziehen. Es geht oder besser die Zwei gehen fast schon ruinös miteinander um, aber gerade das macht das Album auch spannend.
Zwischen Lust, Frust, Leid und Lieder balanciert „Civil Wars“ auf dem schmalen Grat selbst verordneter Psychoanalyse und dem Spaß gute Songs zu machen. Der Eine das Echo der Anderen - und umgekehrt wird ein Schuh draus.
Und wenn es bei diesem Album als Abgesang bleibt, dann hat die Welt wenigstens zwei grandiose Alben mehr in der Musikgeschichte. Uwe Golz
****1/2
Sony Music
