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Sturgill Simpsons Debüt HIGH TOP MOUNTAIN lässt hoffen, denn zwischen all dem Einheitsbrei aus der Popcountry-Schmiede, zu der Nashville derzeit zu verkommen scheint, ist dieses Album fast schon ein Leuchtturm.
*** ½ |
Selbst unter den Laken, UNDER THE COVERS, kann Gretchen Wilson es nicht lassen. Mehr, aber auch nicht weniger, kann man über dieses Album nicht sagen. Ruhige Töne sind nicht ihr Ding. Und so singt sie auf diesem Album Rocksongs, die in den 70ern rauf und runter dudelten. Niemand ist da vor ihr sicher - nicht mal die Herren Page und Plant - leider.
** ½ |
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Was macht ein Mann, der sich den 70ern nähert und dessen wirklich große Zeit in den 60ern lag. Er erinnert sich. John Fogerty macht das auf WROTE A SONG FÜR EVERYONE. Und er scharrt eine illustre Sangesgemeinde zusammen - Alan Jackson, Allen Toussaint, Jennifer Hudson (u. a.) - die nun die Hits des Mannes mit ihm singen. Eine bunte Mischung zwischen Rock, Soul und Country und allen voran eben jener Fogerty, der genau weiß, dass er seinen Gästen auch den Platz zukommen lassen muss, den sie verdienen. Er spielt und singt sich nicht in den Vordergrund, ist im besten Sinn des Wortes der wichtigste zweite Mann mit den ersten Songs.
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Danielle Bishop fiedelt sich durch die Landmusik, dass es eine Freude ist. Grenzen scheint sie nicht zu mögen. THE MIX nennt sie ihre erste Solo-CD und ein Mix ist es geworden - Americana im wahrsten Sinn und im besten Sinn des Wortes.
*** ½ |
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Wenn es einen geben kann, der die Vergangenheit vorhersagt, dann David Olney. Für Einige der Leonard Cohen des Americana, finden sich die Songs Olneys im Repertoire von Musikern wie Linda Ronstadt, Johnny Cash oder Steve Earle. Auf dem Doppel-Album PREDICTING THE PAST macht er genau das, was er uns im Titel verspricht: CD 1 kommt mit 16 neuen Songs daher, während CD 2 seinen Werken zwischen dem Beginn dieses Jahrtausends und dem letzten Jahr gewidmet ist. Ein echter Anfang - hoffentlich setzt er sich nicht zur Ruhe.
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David Allen Coe ist vielleicht der einzig echte OUTLAW der Countryszene und mit dem Album TEXAS MOON hat man nun endlich ein lange vergriffenes Werk wieder ans Tageslicht geholt. Der Mann, der den Knast wie kein anderer der Szene von innen kennt, und der sich schon immer keinen Deut um die Meinung Anderer gekümmert hat, war schon 1977 beim ersten Erscheinen des Albums ein von Nashville Verstoßener. TEXAS MOON zeigt und legt Zeugnis ab, für die Songschreiber Qualitäten Coes und für sein Können andere zu interpretieren.
Archivwert: ****** |
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Beliebt in letzter Zeit, die sogenannten „Zwei auf Eins“-CDs. Aktuell auf dem Markt LORETTA LYNN - BLUE KENTUCKY GIRL / I LIKE ‘EM COUNTRY. Seit mehr als 50 Jahren steht Lynn nun auf der Bühne, doch wirklich wichtig sind die Songs der frühen Jahre. In diesen Songs lässt die Coal Miner‘s Daughter das harte Leben in Kentuckys Kohlebezirk Revue passieren, erzählt von den Sorgen und Mühen, aber auch von den Freuden der kleinen Leute. Country pur, reiner ist nicht mal Quellwasser.
Und genau diese Songs sind auf diesem Album zu finden, nebst Bonusmaterial übrigens.
Archivwert: ***** |
NO MAN’S LAND ist das zweite Album von Yvette Landry. Ihre ersten Sporen hat sie sich in diversen Cajun-Bands verdient, hat die Clubs rauf und runter gesungen und das merkt man. Landry ist kein Castingprodukt, sondern eine Sängerin, die weiß, wie man sein Publikum bei Laune hält. Fast alle Titel der Platte hat sie selbst geschrieben. Die richtige Mischung aus Rock und Honky Tonk klappt in den Clubs und auch auf Silberling oder Vinyl. Wichtig ist die Ehrlichkeit in der Musik, ohne große Schnörkel und viel Pomp, dafür aber die richtigen Zutaten aus Liebe und Liebeskummer und die ewigen Wahrheiten der Countrymusic: immer ein Cowboy.
*** ½ |
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Drei Ohren für mein Runner Up zum „Album des Monats“: Das kommt von den Damen von Della Mae und nennt sich THIS WORLD OFT CAN BE. Es ist das zweite Album des Quintetts und beweist, Boston ist derzeit die Hauptstadt des modernen Bluegrass. Crooked Still, The Deadly Gentlemen und eben Della Mae sind die Aushängeschilder des zeitgenössischen Bluegrass und zeigen, wohin die Reise gehen wird. Aufgenommen wurde das Album übrigens im Johnny Cash Studio und die Damen sind dem Ort angemessen vorgegangen. Ihr Album verleugnet nicht die Wurzeln, sucht aber gleichermaßen auch nach neuen Wegen. Toller Satzgesang rundet Alles ab, ein tolles Album.
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Neues auch vom charismatischen Singer/Songwriter Chip Taylor. BLOCK OUT HTE SIRENS OF THIS LONELY WORLD ist ein 1 ½ Album, oder auch eine LP plus EP. Erstmals durfte ein anderer als der Meister selbst Regie führen, aber das hat dem Album nicht geschadet. Die Sirenen singen ihre Lieder unter einem düsteren Himmel, wobei der Silberstreif am Horizont zu erahnen ist. Der rote Faden Hoffnung durchzieht Taylors melancholisch, düstere Welt, immer auf der Suche nach dem Guten.
**** ½ |
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Bevel Summers ist eine Band, die im letzten Jahr mit einer EP auf sich aufmerksam machte. Jetzt kommt mit THE CARDS das erste Voll-Album daher und lässt ahnen, hier könnten sich die Erben von The Grateful Dead auf den Weg machen. Ein Hullahoop-Reifen zwischen Jazz und Tradition, zwischen Folk, Country und Blues und das alles gepaart mit der Kraft der Singer/Songwriter-Worte.
*** ½ |
Buddy Eugene & Claudia nennt sich dieses Duo aus Indiana. Und WITHOUT YOU ist genau die Art von Country, die man manchmal auch braucht. Straight, schnörkellos und mit genau dem richtigen Sound um zu cruisen. Was will man mehr von einem Debüt-Album? Nix.
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Er hat seinem Album einfach nur seinen eigenen Namen gegeben und so kommen die 10 Songs unter ERIC MICHAEL HAWKS daher. Der Kanadier setzt die Tradition kanadischer Countryleute fort und er tut dies sehr, sehr ordentlich. Sicher, seine Stimme ist nicht die kräftigst, dafür schmeichelt sie mit ihrer Wärme dem Ohr und vielen sicher auch die Herzen. Und das Gute, mit Pop hat er es nicht so …
** ½ |
Das eine Gitarre das Cover des neuen Albums von Jerry Miller ziert wundert nicht. Er liebt dieses Instrument und das er es auch grandios zu spielen weiß, das ist auf NEW ROAD UNDER MY WHEELS zu hören. Er singt zwar auch, doch das mehr so nebenbei und ist nicht wirklich wichtig. Wichtig ist die Gitarre! Die singt und twangt, und schrappelt und zirpt.. Ein grandioses Album - mehr kann man und sollte man nicht sagen.
*** ½ |
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