Timothy B. Schmit

Expando

Acht Jahre hat sich Timothy B. Schmit – ja, ja, der Eagles-Bassist - Zeit gelassen um sein fünftes Solo-Album zu produzieren. „Expando“ wurde ein kleines Stück einfühlsamer und auch autobiografischer Americana-Sehnsucht.
Nicht jeder wird sofort etwas mit dem Namen Schmit anzufangen wissen, wem will man das auch verdenken? Schon bei seiner ersten Band - „Poco“ – hielt er sich vornehm zurück, dann stand er jahrelang im Schatten der beiden Front-Adler Don Henley und Glen Frey und da musste er auch noch - zu Beginn seiner Eagles-Zeit - gegen die Schemen seines Vorgängers Randy Meisner anspielen. Und überhaupt großes Brimborium ist eben nicht Schmits Sache, er hält sich gern im Hintergrund. Dabei, verstecken muss sich der Eagles-Basszupfer nicht.
„Expando“ ist ein Album so vielfältig und dabei doch so in sich geschlossen, wie man es von Schmit erwarten kann. Hier und da klingen die alten Eagles-Harmonien an, kein Wunder findet sich doch auch ein Song auf deren letzter Platte. Doch dieses fünfte Schmit-Solo-Album ist eingeständig, kein billiger Eagles-Abklatsch. Eine illustre Schar Musiker gehen ihm dabei zur Hand. Da zupft Blueser Keb‘ Mo‘ die Gitarre, Graham Nash steuert mal Harmonies bei und Kid Rock hat auch im Studio vorbeigeschaut. Mit „Expando“ gelingt Timothy B. die Entdeckung der Ruhe mit treibendem Groove. Kommerziell ohne nach den Verkaufszahlen zu schielen, entfalten die Songs ihre Kraft aus dieser typischen Americana-Mischung von Gospel, Folk, Country und Rock ‘n‘ Roll. Seine Texte sind nicht die Offenbarung, ab und an reimt sich halt Herz auf Schmerz, doch das kommt selbst bei Goethe vor. Doch diese Petitessen zählen nicht, denn „Expando“ ist auch ein autobiografisches Album – und so erfahren wir in „White Boy From Sacramento“, dass dieser Schmit einst ein Fan von Pat Boone und dem Kingston Trio war. In diesem Sinn sei gesagt: Du musste nicht hängen Timothy B. Schmit. Uwe Golz
Universal

*****

CD des Monats Februar 2010

 

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